Profil von Martin Wiedemann: EMail an Martin

Geboren 19.10.1960. Mit 13 habe ich zum ersten Mal "Black Night" von Deep Purple gehört (natürlich die Live-Version!), kurz darauf "Made in Japan". Seitdem bin ich mit dem  Rock´n´Roll-Virus infiziert. Mit 15 die erste Band, die ersten Gigs. Dann während des Studiums in München die erste ernsthafte Band ("Challenge"). 6 Jahre unterwegs, viel gelernt, viel Spaß gehabt. Dann war Schluss mit lustig - die Jobs kamen, die Gitarre ging. Fast 18 Jahre Kunstpause! Bis ich im November 2004 beim Konzert von Michael Schenker in Nürnberg den Conny getroffen habe. Wir trafen uns mit Peter zum Jammen - es klappte bestens. Mit Klaus Langenhan und Matthias Fröhlich hatten wir die Band dann zusammen - Excessive Silence war geboren. Die Band der alten Säcke, die´s nochmal wissen wollen. Einfach geil.

Motto

Das Beste kommt noch!

Martin mit Steve Morse, 2011

Einflüsse

Ritchie Blackmore

Michael Schenker

Yngwie Malmsteen

Gary Moore

Rory Gallagher

Equipment

1977er Gibson Explorer, mahagony

1995er Gibson Explorer, classic white

2006er Gibson Les Paul Standard Gold Top "50th anniversary"

 

1995er Marshall 6100 30th anniversary head

1979er Marshall JMP 2203 Head

 

1977er Marshall 1960A Box

1980er Marshall 1960B Box

Rig & Sound

Was mein Equipment und meinen Sound angeht, bin ich ein echter Purist. Eine Gitarre, ein Amp, eine Box, fertig. Ich brauche keine 5 Pickup-Einstellungen, trete nicht gerne auf dutzenden von Knöpfen herum und wechsle beim Gig nicht 10 Mal die Gitarre. Ich spiele keinen Jazz, keinen Funk, keinen Pop. Ich spiele Hard-Rock, und der muss klingen, wie er klingen muss. Und: Ich habe selber Falten und brauche kein Equipment, das aussieht wie nie gespielt. Meine Sound-Botschaft: Keep it simple but fucking great! Deshalb spiele ich Gibson und Marshall.

Derzeit rocke ich am liebsten mit meiner 95er Explorer. Sie sieht nicht nur klasse aus, sie klingt sehr rund und ausgewogen, dazu hat sie den richtigen Biss, wenn's drauf ankommt. Die Pickups sind original - am Steg ein 498T, am Hals ein 496R. Die braten mächtig, und vor allem in den oberen Lagen singt der 496R wie ein Zeiserl. Die Gitarre ist perfekt ausbalanciert und gut zu spielen. Nicht gerade leicht, aber das Leben ist es ja auch nicht. Was mich immer wieder begeistert – vor allem im Vergleich zur Les Paul – ist die Leichtigkeit, mit der man bis zu den obersten Bünden kommt. Das einzige, was für mich nicht optimal ist: She´s so huge! Für Kerle mit King-Kong-Armen sicher ok, für mich 1,78-Mann tät´s auch die Stratocaster-Länge. Aber scheiß der Hund drauf - jetzt spiele ich so lange Explorer, da ist mir nichts mehr fremd. Die 77er Explorer darf sich im Moment ein bisschen ausruhen. Hat ja auch genug geleistet in den vergangenen 34 Jahren. Aber ich nehme sie immer wieder aus dem Koffer und rocke sie ordentlich durch. So bleibt sie in Form und mir weiterhin gewogen.

Natürlich besitze ich noch andere Äxte (zum Beispiel meine allererste, einen Hertiecaster von 1976, die habe ich irgendwann mal wie Ritchie durch die Gegend getreten, seitdem ist am Übergang zum Korpus der Hals gebrochen, aber sie lebt noch und klingt erstaunlich satt). Und die Les Paul ist ein ganz besonderer Fall. Schön, aber für mich einfach zu schwer zu spielen. Trotzdem bleibe ich dabei: Jeder gute Haushalt sollte eine Les Paul haben.

Saiten: auch eine Neuentdeckung - Ernie Balls in gemischter Stärke, oben 10er und unten 52er! Geil für Drop-D-Sachen, und trotzdem gehen die Bendings locker von der Hand.

Nachdem ich meinem JMP 2203 über Jahrzehnte (sic!) treu gedient habe, musste nun doch mal ein Dreikanaler her. Und da nach wie vor nur ein Marshall good enough ist, habe ich mich für einen schön abgehangenen 6100 30th Anniversary aus dem Jahr 1995 entschieden, natürlich mit EL34 Endstufenröhren. Jetzt hört man mich wenigstens mal beim Solo, und ich muss sagen, der Amp ist einfach herrlich vielseitig, kraftvoll und super im Sound. Ich bin mehr als zufrieden und kann den 6100 nur empfehlen.

Trotzdem bleibt mein 2203 mein Baby! Ich hege und pflege ihn, und er ist einfach eine Schönheit: stolz, mächtig, stark. Erste Hand, also 1979 erworben (danke, Dad)! Seine 32 Jahre sieht man ihm nicht an, er steht da und brüllt mit einer Power, die einem den Atem nimmt. Den Gain-Regler habe ich natürlich auf "10" festgeschweißt. Master Volume steht selten höher als "4", sonst fliegt die Glatze weg. Für das entscheidende Quentchen mehr an Gain habe ich einen H&K Tube Factor. Der ist mit Factor 1 immer an, und wenn ein Solo ansteht, kommt Factor 2 dazu. So mag ich's: effizient, aber höllisch geil.

Die abgeschrägte 1960er Box ist von 1976. Die hatte ich schon, bevor der 2203 ins Haus kam; sie wurde also wie der Amp nur von mir durchgenudelt. Sie hat Blackbacks und einen Sound, der dich umhaut. I simply love it. Die gerade Box von 1978 hat auch Blackbacks. Gebraucht übernommen um 1985, damals in München (in Sendling gekauft und dann allein mit der Tram durch die ganze Stadt bis nach Trudering in den Übungsraum transportiert - zweimal Umsteigen und 1 km Fußweg inklusive!). Und der Papa vom Charly, meinem damaligen Drummer bei "Challenge" (hey Charly, alter Rocker, lass krachen!) hat den grauen Checkerboard-Stoff draufmontiert. Unvergessen! Die Box klingt bombastisch und voluminös. Derzeit habe ich sie sogar häufiger im Einsatz als die schräge.

Und sonst? Es bleibt bei dem, was Ronnie James Dio (RIP, Ronnie!) schon vor fast 30 Jahren gepredigt hat: Long live Rock´n´Roll!