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Was
mein Equipment und meinen Sound angeht, bin ich ein echter Purist. Eine
Gitarre, ein Amp, eine Box, fertig. Ich brauche keine 5
Pickup-Einstellungen, trete nicht gerne auf dutzenden von Knöpfen herum
und wechsle beim Gig nicht 10 Mal die Gitarre. Ich spiele keinen Jazz,
keinen Funk, keinen Pop. Ich spiele Hard-Rock, und der muss klingen, wie
er klingen muss. Und: Ich habe selber Falten und brauche kein Equipment,
das aussieht wie nie gespielt. Meine Sound-Botschaft: Keep it simple but
fucking great! Deshalb spiele ich Gibson und Marshall.
Derzeit rocke ich am liebsten mit meiner 95er Explorer. Sie sieht nicht
nur klasse aus, sie klingt sehr rund und ausgewogen, dazu hat sie den
richtigen Biss, wenn's drauf ankommt. Die Pickups sind original - am
Steg ein 498T, am Hals ein 496R. Die braten mächtig, und vor allem in
den oberen Lagen singt der 496R wie ein Zeiserl. Die Gitarre ist perfekt
ausbalanciert und gut zu spielen. Nicht gerade leicht, aber das Leben
ist es ja auch nicht. Was mich immer wieder begeistert – vor
allem im Vergleich zur Les Paul – ist die Leichtigkeit, mit der
man bis zu den obersten Bünden kommt. Das einzige, was für mich nicht
optimal ist: She´s so huge! Für Kerle mit King-Kong-Armen sicher ok, für
mich 1,78-Mann tät´s auch die Stratocaster-Länge. Aber scheiß der
Hund drauf - jetzt spiele ich so lange Explorer, da ist mir nichts mehr
fremd. Die 77er Explorer darf sich im Moment ein bisschen ausruhen. Hat
ja auch genug geleistet in den vergangenen 34 Jahren. Aber ich nehme sie
immer wieder aus dem Koffer und rocke sie ordentlich durch. So bleibt
sie in Form und mir weiterhin gewogen.
Natürlich besitze ich noch andere Äxte (zum Beispiel meine allererste,
einen Hertiecaster von 1976, die habe ich irgendwann mal wie Ritchie
durch die Gegend getreten, seitdem ist am Übergang zum Korpus der Hals
gebrochen, aber sie lebt noch und klingt erstaunlich satt). Und die Les
Paul ist ein ganz besonderer Fall. Schön, aber für mich einfach zu
schwer zu spielen. Trotzdem bleibe ich dabei: Jeder gute Haushalt sollte
eine Les Paul haben.
Saiten: auch eine Neuentdeckung - Ernie Balls in gemischter Stärke,
oben 10er und unten 52er! Geil für Drop-D-Sachen, und trotzdem gehen
die Bendings locker von der Hand.
Nachdem ich meinem JMP 2203 über Jahrzehnte (sic!) treu gedient habe,
musste nun doch mal ein Dreikanaler her. Und da nach wie vor nur ein
Marshall good enough ist, habe ich mich für einen schön abgehangenen
6100 30th Anniversary aus dem Jahr 1995 entschieden, natürlich mit EL34
Endstufenröhren. Jetzt hört man mich wenigstens mal beim Solo, und ich
muss sagen, der Amp ist einfach herrlich vielseitig, kraftvoll und super
im Sound. Ich bin mehr als zufrieden und kann den 6100 nur empfehlen.
Trotzdem bleibt mein 2203 mein Baby! Ich hege und pflege ihn, und er ist
einfach eine Schönheit: stolz, mächtig, stark. Erste Hand, also 1979
erworben (danke, Dad)! Seine 32 Jahre sieht man ihm nicht an, er steht
da und brüllt mit einer Power, die einem den Atem nimmt. Den
Gain-Regler habe ich natürlich auf "10" festgeschweißt.
Master Volume steht selten höher als "4", sonst fliegt die
Glatze weg. Für das entscheidende Quentchen mehr an Gain habe ich einen
H&K Tube Factor. Der ist mit Factor 1 immer an, und wenn ein Solo
ansteht, kommt Factor 2 dazu. So mag ich's: effizient, aber höllisch
geil.
Die abgeschrägte 1960er Box ist von 1976. Die hatte ich schon, bevor
der 2203 ins Haus kam; sie wurde also wie der Amp nur von mir
durchgenudelt. Sie hat Blackbacks und einen Sound, der dich umhaut. I
simply love it. Die gerade Box von 1978 hat auch Blackbacks. Gebraucht
übernommen um 1985, damals in München (in Sendling gekauft und dann
allein mit der Tram durch die ganze Stadt bis nach Trudering in den Übungsraum
transportiert - zweimal Umsteigen und 1 km Fußweg inklusive!). Und der
Papa vom Charly, meinem damaligen Drummer bei "Challenge" (hey
Charly, alter Rocker, lass krachen!) hat den grauen Checkerboard-Stoff
draufmontiert. Unvergessen! Die Box klingt bombastisch und voluminös.
Derzeit habe ich sie sogar häufiger im Einsatz als die schräge.
Und sonst? Es bleibt bei dem, was Ronnie James Dio (RIP, Ronnie!) schon
vor fast 30 Jahren gepredigt hat: Long live Rock´n´Roll!
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